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Österreichische Liga für Präventivmedizin – ÖLPM

Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit
 
 
   

Darmkrebs


Konsequente Vorsorgeuntersuchungen könnten die Mehrzahl der in Österreich diagnostizierten Dickdarmkarzinome verhindern. Die Darmspiegelung gilt dabei als wirksamste Form der Vorsorge.


Darmkrebs stellt in Österreich bei Frauen die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung dar. In den letzten zehn Jahren wurde Darmkrebs immer häufiger diagnostiziert, wobei die Anzahl der Todesfälle sinkt. Grund dafür ist zum einen die Vorsorgeuntersuchung für Dickdarmkrebs, aufgrund derer Krebsfälle früher erkannt und eher geheilt werden können. Zum anderen nehmen Krebsfälle aufgrund der steigenden Lebenserwartung zu.

Die Bezeichnung „Darmkrebs“ umfasst die bösartige Tumorerkrankung des Dickdarms und/oder Mastdarms; Krebserkrankungen des Dünndarms kommen nur sehr selten vor. Die meisten bösartigen Darmkrebstumore entwickeln sich über einen längeren Zeitraum aus Darmpolypen. Darunter versteht man Wucherungen der Darmschleimhaut, die zumeist keine Beschwerden verursachen. „Auffälligstes Symptom, sowohl bei gutartigen als auch bei bösartigen Dickdarmtumoren, sind Blutbeimengungen im Stuhl“, weiß Univ. Prof. Dr. Rudolf Roka von der Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung. Bemerkt man also Blut im Stuhl, ist ein sofortiges Vorsprechen beim Arzt notwendig. Auch eine unklare Anämie (Blutarmut) kann auf Darmpolypen hindeuten. Ab dem 40. Lebensjahr wir eine jährliche Untersuchung des Stuhles auf verstecktes Blut (Hämocculttest) empfohlen. Dieser Test entdeckt selbst winzige, unsichtbare Mengen Blut im Stuhl.

Die wirksamste Vorsorge von Darmkrebs ist die Untersuchung des Darms auf Darmpolypen und deren Entfernung mittels einer Darmspiegelung. Sie wird ab dem 50. Lebensjahr in Abständen von etwa drei bis fünf Jahren empfohlen. Liegen eine familiäre Belastung, also gehäuftes Auftreten von Dickdarmkarzinomen in der Familie, oder andere Risikofaktoren wie eine schwere Dickdarmentzündung vor, so sind häufigere Kontrollen notwendig.

Was passiert bei einer Darmspiegelung?

Die Darmspiegelung (Koloskopie) wird u. a. zur routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung, bei unbeabsichtigtem Gewichtsverlust oder bei unklaren Bauchschmerzen durchgeführt. Sie dauert ungefähr 15 bis 30 Minuten und wird meist nach Verabreichen eines Beruhigungsmittels durchgeführt. Ziel der Untersuchung ist, Gewebeproben zu entnehmen bzw. Darmpolypen zu entfernen. Das passiert mit Hilfe eines dünnen, schlauchförmigen Instruments (Koloskop), mit dem man den Darm ausleuchtet und Bilder auf einen Bildschirm überträgt. Das Koloskop wird mit einem Gel gleitfähig gemacht und in den After eingeführt, wobei etwas Luft in den Darm eingeleitet wird, damit sich der Darm besser entfaltet.
Entdeckt der Arzt nun eine verdächtige Veränderung der Darmschleimhaut, entnimmt er eine winzige Probe zur Analyse. Diese Gewebeprobe wird im Anschluss genau untersucht. Haben sich Darmpolypen gebildet, so kann sie der Arzt meist noch im selben Untersuchungsgang mit einer feinen Drahtschlinge entfernen. „Nicht entfernt werden jene Polypen, die zu groß sind, so dass eine Gefahr besteht, dass es zu Blutungen oder zu einer Perforationen der Darmwand kommt“, so Roka, „beziehungsweise Polypen, die bereits durch ihr äußeres Erscheinungsbild den hochgradigen Verdacht auf ein Karzinom erwecken.“

Da das Einführen und Bewegen des Koloskops mitunter unangenehm ist, können sich Patienten in einen Dämmerschlaf versetzen lassen, um von der Untersuchung nicht allzu viel mitzubekommen. Roka: „Die Entfernung der Polypen während der Koloskopie ist jedoch schmerzlos.“ Auch eine stationäre Aufnahme ist in der Regel nicht notwendig.

Im Allgemeinen ist die Koloskopie ein risikoarmes Routineverfahren. Experten gehen davon aus, dass bei konsequentem Einsatz der Untersuchung die Darmkrebssterblichkeit um bis zu 90 Prozent gesenkt werden könnte.

   
 
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