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Österreichische Liga für Präventivmedizin – ÖLPM

Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit
 
 
   

VITAMINMANGEL in der europäischen Überflussgesellschaft?

FOLSÄURE
Pteroylglutaminsäure, ein Vitamin des Vitamin B-Komplexes, Vitamin B 9, 1931 entdeckt und ursprünglich Anti-Anaemie-Faktor genannt.

Durch eine entsprechende Zufuhr von Folsäure können fast alle Neuralrohrdefetke, aber auch andere angeborene Missbildungen verhindert werden. Folsäure bewirkt auch eine Senkung von Homocystein, wodurch coronare Herzkrankheiten (KHK) und Apoplexien vermindert werden. Folsäure wirkt auch gegen die Entstehung von Darmkrebs (Colonadenom -> Colonkarzinom).
Die Folsäure wird für die Synthese der Nukleinsäuren benötigt. Diese sind als Informationsspeicher bzw. als Informationsüberträger für den Eiweißaufbau unerlässlich. Fehlt die Folsäure, kommt es daher zu einer verzögerten Zellteilung, wodurch z.B. eine Anämie entstehen kann. Am schwerwiegendsten aber ist ein Folsäuremangel am Beginn der Schwangerschaft, weil der junge Embryo für diese überaus rasche Zellteilung am Beginn des Lebens sehr viel Folsäure braucht. Fehlt sie, kann das Wachstum nicht oder nur mangelhaft stattfinden und es kommt zu einem sogenannten Neuralrohrdefekt, das Rückenmark wird nicht in den Wirbelkanal eingeschlossen und liegt frei zutage. Liquor tritt aus und eine Infektion mit eitriger Hirnhautentzündung ist unvermeidlich, wenn nicht sofort operiert wird. Trotzdem aber bleibt die untere Körperhälfte gelähmt, womit auch eine weitgehende Lähmung von Blase und Mastdarm verbunden ist. Für die Allgemeinheit fallen für ein Kind mit Neuralrohrdefekt etwa € 700.000,00 an, für die Eltern entstehen jährlich Mehrkosten von ca. € 18.200,00. Ein einziger verhüteter Fall von Neurahlrohrdefekt finanziert die gesamte Prävention. Nicht messbar, nicht in Zahlen ausdrückbar ist das menschliche Leid, das diese Kinder und deren Angehörige tragen müssen. Man rechnet, dass in Österreich jährlich hundert solche Missbildungen zu verzeichnen sind.
Welche Strategie kann eingesetzt werden, um den weit verbreiteten Folsäuremangel in der Bevölkerung zu beheben?

Um den täglichen Mindestbedarf von 0,4 mg Folsäure zu decken, kann man entweder

* Folsäuretabletten 1 x tägl. 0,4 mg zuführen oder
* Mehl generell mit Folsäure anreichern.

Bei einer durchschnittlichen täglichen Aufnahme von 100 g Mehl, müssten daher 1 einem Kilogramm Mehl 4 mg Folsäure zugesetzt werden. Beide Methoden sind praktikabel, haben aber beide Vor- und Nachteile. Um allen diesen Einwenden zu entsprechen, hat das Österreichische Grüne Kreuz für Vorsorgemedizin (ÖGK) eine Lösung gefunden, die eine Kombination darstellt. Im Auftrag des ÖGK wird Mehl mit einer geringen Folsäureanreicherung hergestellt (1,5 mg Folsäure pro kg Mehl). Damit ist ein Sockel geschaffen, der eine Basisversorgung darstellt, den jedermann erhält und der niemandem schaden kann. Darüber hinaus lässt das ÖGK Folsäuretabletten à 0,3 mg herstellen, die zu einem Sozialtarif (20 Cent pro Tablette) frei erhältlich sind. Diese Tabletten enthalten aber nicht nur Folsäure (Vitamin B 9), sondern auch die Vitamine B 6 und B 12. Der Einwand, durch alleinige Folsäurezufuhr könnte besonders bei älteren Menschen eine sogenannte perniziöse Anaemie verschleiert werden, wird dadurch entkräftet, sie würde sogar kausal behandelt. Bei besonderem Bedarf, z.B. am Beginn einer Schwangerschaft könnte eine werdende Mutter auch 2 Tabletten pro Tag nehmen (1 für die Mutter, 1 für das Kind).
Damit könnten neben allen anderen Vorteilen (Reduzierung der KHK etc.) im Jahr rund 100 Neuralrohrdefekte und damit € 70 Millionen für Krankenkassen, Sozialversicherungen etc., aber auch unendliches Leid erspart werden.
Alle Leistungen dafür hat das Österreichische Grüne Kreuz für Vorsorgemedizin aus eigener Initiative und aus eigenen Mitteln erbracht. Wir erwarten von den Gesundheitsbehörden nur, dass sie der Bevölkerung diese Möglichkeit der Folsäuresubstitution auch nahe bringt.

Die Empfehlung des ÖGK für Gesundheit:
Jedermann sollte Mehl mit Folsäurezusatz verwenden,
zur Prophylaxe von Schlaganfall und Herzinfarkt
aber zusätzlich
1 Folsäuretablette mit Vitamin B6 und B12.
Frauen mit Kinderwunsch nehmen am besten täglich
2 Folsäuretabletten mit Vitamin B6 und B12.

Weitere Informationen zum Thema Folsäure finden Sie unter:
Dachliga Homocystein
   
 
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