Genitalwarzen
Genitalwarzen sind gutartige Geschwülste an den äußeren Geschlechtsorganen und
gelten als eine der häufigsten Sexualkrankheiten. Sie werden durch humane
Papillomviren (HPV) verursacht, was übersetzt "menschliche Warzenviren"
bedeutet.
Ein hoher Prozentsatz der sexuell aktiven Personen ist Träger
dieser Viren, aber nur etwa ein Prozent aller sexuell aktiven jungen Erwachsenen
erkrankt irgendwann in ihrem Leben an sichtbaren genitalen Warzen (Feigwarzen,
Kondylomen), Wucherungen, die bevorzugt die Genital- und Afterregion befallen.
Die Warzen treten einzeln oder in Gruppen auf und haben oft nur die Größe eines
Stecknadelkopfes.
Manchmal sind sie mit bloßem Auge als Rötungen, kleine
spitze Papeln oder rosettenartige Gebilde sichtbar, auch Juckreiz oder leichte
Blutungen können auftreten.
Warzen, die an schwer einsehbaren Stellen wie dem
After oder Scheideneingang sitzen, werden oft erst bei gynäkologischen oder
urologischen Untersuchungen festgestellt.
Die Ansteckung erfolgt meist über
sexuellen Kontakt, in seltenen Fällen aber auch durch Schmierinfektionen wie
beim Weg des Neugeborenen durch den
Geburtskanal.
Vorbeugung
Hauptverursacher genitaler Warzen sind
die HPV-Typen HPV 6 und HPV 11.
Seit Herbst steht eine Impfung gegen
HPV zur Verfügung. Der Impfstoff dient in erster Linie dem Schutz vor den
HPV-Typen 16 und 18, die zu über 70 Prozent für die Entstehung von
Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, aber auch gegen die HPV-Typen 6 und
11, die 90 Prozent aller Genitalwarzen verursachen.
Nach der Impfung sind
die Immunzellen der geimpften Person aktiviert und darauf vorbereitet, die Viren
bei einem späteren Kontakt mit den HPV-Typen, gegen die geimpft wurde,
erfolgreich abzuwehren.
Eine vorbeugende Maßnahme praktischer Art zum Schutz
vor HPV ist der Gebrauch von Kondomen bei neuen Sexualpartnern und
Zufallsbekanntschaften. Kondome können allerdings keineswegs einen
100-prozentigen Schutz
bieten.
Behandlungsmöglichkeiten
Genitalwarzen haben ein großes
Ansteckungspotenzial. Auch wenn in einigen Fällen die Warzen von allein
abheilen, ist es sinnvoll, sie zu behandeln. Denn in Einzelfällen können
unbehandelte Genitalwarzen zu Krebsgeschwüren entarten. Nur ganz bestimmte
Virustypen sind dafür verantwortlich. Operativ werden Warzen durch Laser
entfernt. Die Nachbehandlung mit einem Gel kann vom Patienten durchgeführt
werden.
Kleinere Warzen bekommt man nach ärztlicher Anleitung oft selbst
in den Griff. Vorteile sind eine nahezu schmerzfreie Behandlung ohne häufige
Arztbesuche. Es gibt verschreibungspflichtige Cremes, deren Wirkung
unterschiedlich ist.
Umgang mit der Krankheit
Um den Partner
vor Ansteckung zu schützen, empfiehlt sich der Gebrauch von Kondomen bis zum
Ende der Behandlung.
Leider gibt es bis jetzt keine Methode, die
ursächliche Infektion mit HPV zu beseitigen. Doch ein gesundes Immunsystem kann
eine HPV-Infektion auf Jahre unter Kontrolle halten oder sogar zurückdrängen.
Außerdem bietet die neue HPV-Impfung seit Herbst 2006 einen hohen Schutz gegen
die Entstehung von durch die HPV-Typen 6 und 11 verursachten Genitalwarzen.
Vorbeugend sinnvoll ist generell eine „immunstärkende“ Lebensweise mit
ausreichendem Schlaf und gesunder Ernährung. Hilfreich ist außerdem der Abbau
von Stress und ein eingeschränkter Alkohol- und Nikotingenuss. (DGK)