HPV-Impfung
Seit dem Jahr 2006 ist eine vorbeugende Impfung gegen
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) verfügbar. Die HPV-Impfung schützt
vor ca. 70% der auftretenden Gebärmutterhalskrebsfälle.
Trotzdem bleibt die
regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt unverzichtbar!
Es
wurden bisher zwei HPV-Impfstoffe entwickelt, die beide vor einer Infektion mit
den zwei häufigsten Krebs verursachenden HPV-Typen 16 und 18 schützen; der
zurzeit auf dem Markt befindliche Impfstoff schützt zusätzlich auch gegen die
HPV-Typen 6 und 11, die hauptverantwortlichen Viren für
Genitalwarzen.
HPV 16 und HPV 18 sind zusammen für etwa 70 Prozent der
Fälle von Gebärmutterhalskrebs und ebenfalls für einen großen Teil der
Krebsvorstufen verantwortlich. Die restlichen 30 Prozent werden von anderen
HPV-Typen ausgelöst, gegen die es bislang noch keinen Impfstoff gibt, man geht
jedoch heute von einer gewissen Kreuzimmunität aus.
Die Ergebnisse klinischer
Studien mit den beiden neuen HPV-Impfstoffen sind sehr gut: Danach wurden 90 bis
100 Prozent der anhaltenden Infektionen mit HPV 16 und HPV 18 verhindert, durch
diese HPV-Typen verursachte Krebsvorstufen traten gar nicht auf. Außerdem waren
beide Impfstoffe sehr gut verträglich. Es traten keine ernsthaften
Nebenwirkungen auf.
Bei dem HPV-Impfstoff handelt es sich um einen
biotechnologisch hergestellten Totimpfstoff. Der Impfstoff enthält virusähnliche
Partikel, die den natürlichen Viren sehr ähnlich, jedoch nicht infektiös und
nicht vermehrungsfähig sind. Äußerlich sehen sie genauso aus wie die Viren,
enthalten aber nicht deren gefährliche Erbinformationen. Sie können so das
Immunsystem anregen, große Mengen Antikörper gegen die Papillomviren zu bilden,
ohne selbst Schaden anzurichten. Der Schutz nach Impfung ist wesentlich
effektiver als nach durchgemachter Infektion.
Die HPV-Impfung wird in der
Regel insgesamt dreimal im Abstand von zwei und dann vier Monaten in den Muskel
des Oberarms gespritzt. Die zweite Impfung erfolgt zwei Monate nach der ersten
und die dritte Impfung vier Monate nach der zweiten Impfung.
Der
Impfstoff schützt nicht vor bereits bestehenden HPV-Infektionen und auch nicht
vor den nicht im Impfstoff enthaltenen krebsauslösenden Typen.
Daher ist
die Krebsvorsorge weiterhin essentiell und sollte von allen Frauen
wahrgenommen werden.
Empfehlung des Impfausschusses des Obersten
Sanitätsrats: (Impfplan 2007)
Impfstoffe gegen onkogene Papillomviren
sollten für Mädchen und Frauen – möglichst vor Eintritt in das sexuell aktive
Alter – zur Anwendung kommen.
Die Impfung von Knaben bzw. männlichen
Jugendlichen ist prinzipiell sinnvoll, besonders wenn ein Impfstoff verwendet
wird, der auch vor Kondylom-verursachenden Viren schützt. Zur Unterbrechung der
Infektionskette ist die Impfung von Personen beiderlei Geschlechts wichtig.
Die gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen mit Abstrich (Pap-Abstrich) und
ev. notwendige Behandlungen müssen ungeachtet der Impfung in den empfohlenen
Abständen weiterhin durchgeführt werden.
Anwendungshinweise:
Hinsichtlich der Zahl und Intervalle der Impfdosen sowie des Alters und
Geschlechts des Impflings ist die jeweilige Fachinformation des
Impfstoffes zu beachten.
Eine Wirksamkeit der Impfprophylaxe ist für alle
Personen zu erwarten, die noch keinen Kontakt mit den durch den Impfstoff
abgedeckten HPV-Typen hatten. Eine HPV-Testung vor der Impfung wird nicht
empfohlen. Das Vorliegen einer Schleimhautläsion
im Genitalbereich ist kein
Ausschlussgrund für die Impfung, bedarf aber einer individuellen Aufklärung über
den möglicherweise eingeschränkten Nutzen der Impfung. Hinsichtlich der
Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen müssen weitere Daten abgewartet werden.