Wie sicher ist Ihr Kind im Auto?
14.08.2008 12:13
Aktuelle Zahlen des ÖAMTC zeigen, dass knapp 20 Prozent aller Kinder im Auto nicht gesichert sind. Dabei haben Erwachsene die alleinige Verantwortung für den optimalen Schutz der Kleinen. Wer sein Kind im Fahrzeug nicht vorschriftsgemäß sichert, riskiert nicht nur dessen Gesundheit, sondern auch eine behördliche Vormerkung und eine Geldstrafe von bis zu 2.180 Euro.
Dass es Herr und Frau Österreicher mit den Vorschriften zur Kindersicherung im Auto nicht allzu ernst nehmen, zeigt eine neue Statistik: Knapp 20 Prozent der kleinen Beifahrer waren im Jahr 2007 nicht gesichert, das sind doppelt so viele wie noch im Jahr 2006. Dabei verunglücken im Straßenverkehr mehr Kinder in einem PKW als außerhalb. Im Jahr 2007 waren es laut Unfallstatistik 1.494 Mädchen und Burschen bis 14 Jahre.
"Kinder sind im Auto gänzlich auf das Verantwortungsbewusstsein der Erwachsenen angewiesen", so ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa. „Wichtige Vorschriften zur Kindersicherung müssen daher von den Großen unbedingt eingehalten werden.“ Per Gesetz müssen in Österreich nicht nur Kleinkinder in einem Kindersitz gesichert sein, sondern auch Kinder bis zum 14. Lebensjahr bei einer Körpergröße von weniger als 1,50 Metern. Ab einer Größe von 1,50 Metern muss ein Sicherheitsgurt angelegt werden. Wer sein Kind im Fahrzeug nicht vorschriftsgemäß sichert, riskiert nicht nur dessen Gesundheit, sondern auch eine behördliche Vormerkung und eine Geldstrafe von bis zu 2.180 Euro.
Disziplin sorgt für Sicherheit im Auto
So unbequem und langweilig es gerade für Kinder ist: Auch bei längeren Fahrten dürfen Kinder nicht völlig ungesichert auf der Rückbank schlafen oder im Auto herumtollen. Denn damit setzt man sie einer großen Gefahr aus. Für die Eltern gilt es daher, konsequent zu bleiben oder gegebenenfalls einen Parkplatz für eine Pause anzusteuern – auch wenn die Kinder quengeln. Sehr riskant ist es auch, ein Kind während der Fahrt auf den Schoß zu nehmen oder ein Baby im Arm zu halten. „Das Körpergewicht des Kindes steigt bei einem Zusammenstoß bei etwa 50 Stundenkilometern bis auf das 20-Fache an“, warnt Donosa. „Kein Mensch kann dieses Gewicht halten."
Wer sich einen Babysitz bzw. eine Babyschale ausleihen möchte, kann dies beim ÖAMTC tun: In der Größe 0+, also etwa für die Zeit vom 9. bis zum 15. Lebensmonat, beträgt die Leihgebühr für ein Jahr nur zwischen 30 und 40 Euro. Der ÖAMTC empfiehlt, die Babyschale auf der Rückbank zu montieren, auch wenn dadurch der Sichtkontakt mit dem Baby erschwert wird. Sollte es unbedingt notwendig sein, die Babyschale auf dem Beifahrersitz zu befestigen, muss ein allenfalls vorhandener Airbag unbedingt deaktiviert werden, weil er bei einem Aufprall für das Baby eine große Gefahr darstellt.
Autofahren in der Schwangerschaft
Schon vor der Geburt sollte man sich selbst und das Baby im Bauch beim Autofahren optimal schützen. Schwangere müssen immer korrekt mit dem Dreipunktgurt gesichert sein, wobei der Beckengurt ganz unten um den Bauch und über die Hüftknochen gelegt und straff gezogen wird. Wichtig ist, den Gurt nicht über den Bauch zu spannen, weil bei einem Unfall innere Verletzungsgefahr besteht. Auch der Schultergurt sollte oberhalb des Bauches verlaufen. Gegen Ende der Schwangerschaft sollten Schwangere so wenig wie möglich Auto fahren, weil das Kind durch immer weniger Fruchtwasser gepolstert ist. Bei einem Unfall steigen daher die Verletzungsgefahr und Möglichkeit einer Fehlgeburt. Ab dem achten Monat sollten Schwangere am besten nicht mehr mit dem Auto fahren.
Quelle: Presseaussendung, ÖAMTC