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Lebensstil-Studie 2010: Bei Gesundheit wird kaum gespart

2010-06-23 18:44


Eine aktuelle Studie zum Lebensstil der Österreicher zeigt einen Trend in Richtung gesünderer Ernährung und mehr Bewegung. Für Gesundheitsleistungen wie Wahlärzte und private Krankenversicherung wird immer mehr Geld in die Hand genommen.   

Die Wirtschaftskrise hatte zur Folge, dass Geld wesentlich bewusster ausgegeben wird. Wie sich dies auf die Gesundheit von Herrn und Frau Österreicher ausgewirkt hat, hat eine Lifestyle-Studie der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Zusammenarbeit mit der Allianz Versicherung erhoben. Und es zeigt sich, dass bei Gesundheit eigentlich kaum gespart wird:
Trotz einer nach wie vor vorhandenen Wohlstands-Skepsis, die vor allem die mittlere Altersgruppe der 40- bis 60-Jährigen erfasst hat, ist den Österreichern ihre Gesundheit nach wie vor viel wert – Einschränkungen in Sachen Gesundheit nehmen aktuell nur sechs bis acht Prozent der Bevölkerung vor. Das ist mehr als die Hälfte weniger als im Jahr 2009 und gilt für den Besuch von Privatärzten ebenso wie für Vorsorgeuntersuchungen und medizinische Leistungen, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Auch bei der privaten Krankenversicherung wird nicht mehr gespart. 
 

Der Gesundheit durchaus förderlich ist auch die seit Krisenbeginn zu erkennende Tendenz vieler Menschen, das Auto öfter stehen zu lassen und entweder öffentlich, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs zu sein. Immerhin 29 Prozent der Befragten haben diese Umstellung ihrer Mobilität auch in die „Nach-Krisenzeit“ mitgenommen.  

Ernährung: gesund, aber kostengünstig

Viele interessante Ergebnisse lieferte die Studie auch hinsichtlich des Ernährungsverhaltens der Österreicher. „Insgesamt sind die Menschen beim Einkauf von Lebensmitteln kostenbewusster geworden. Der Trend zu gesünderer Ernährung ist aber erfreulicherweise nicht der Wirtschaftskrise zum Opfer gefallen“, berichtet Univ. Doz. Dr. Ingrid Kiefer, Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung & Prävention der AGES. 54 Prozent der Befragten geben an, verstärkt Aktionen und Sonderangebote zu nutzen, 32 Prozent gehen häufiger zum Diskonter, etwa ebenso viele achten im Supermarkt auf die billigen Handelsmarken. 

Die seit Beginn der Finanzkrise gezeigten Veränderungen in der Lebensmittelauswahl wurden auch in diesem Jahr weiter beibehalten. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage werden seltener Fastfood, Knabbereien, Fertig- und Halbfertigprodukte, Limonaden sowie Süßes und Mehlspeisen konsumiert. Jeder Fünfte der Befragten gibt an, häufiger Gemüse, Bioprodukte, Obst, Fisch und Vollkornprodukte zu essen.

Als wichtigstes Kriterium beim Einkauf von Lebensmitteln wird die österreichische Herkunft genannt, gefolgt vom Aspekt der saisonalen Frische und der Freiheit von Gentechnik. „Zugleich sind 72 Prozent der Menschen überzeugt, dass die Zahl ernährungsbedingter Krankheiten in Zukunft steigen wird“, berichtet Kiefer. Die ernährungsabhängigen Krankheiten wie beispielsweise Übergewichtigkeit und Herz-Kreislauferkrankungen werden aber als weniger riskant eingestuft als Pestizidrückstände und Verunreinigungen, wie zum Beispiel Dioxin.  

Gegessen wird vorzugsweise weiterhin in den eigenen vier Wänden. Der Trend zum “in-home“-Konsum und Verzicht auf den Besuch von Restaurants, Imbissstuben oder Fastfood-Lokalen hat sich zuletzt sogar noch verstärkt.  

Es wird wieder mehr geraucht

Weniger erfreulich ist, dass in den letzten Monaten viele Menschen wieder häufiger zur Zigarette gegriffen haben – allen Bemühungen um rauchfreie Zonen in der Öffentlichkeit zum Trotz. Insbesondere die starken Raucher haben ihren Schnitt erhöht: 30 Prozent der Raucher konsumieren inzwischen bereits mehr als fünf Packungen pro Woche.

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