WAS KANN MAN FÜR DIE RAUCHER TUN -
WAS KÖNNEN RAUCHER FÜR SICH SELBST TUN?
M.Kunze
Viele Raucher sind sich längst der Tatsache bewusst, daß sie eigentlich ihr Verhalten ändern sollten. Diejenigen, die bereits erfolgreich waren und vom Rauchen loskommen konnten, brauchen jetzt nicht mehr weiterzulesen: Wir gratulieren Ihnen zu dieser Leistung, die vielleicht eine der wichtigsten in Ihrem Leben war.
Den Rauchern, die jetzt noch immer weiterlesen, sagen wir nun folgendes: Keine Angst, wir wiederholen nicht: Sie sollten mit dem Rauchen endlich aufhören. Sie haben das schon unzählige Male gehört, und ärgern sich vielleicht jedes Mal, wenn Sie diese Forderung hören.
Wir wollen Sie informieren, was Sie tun können, welche Hilfen zur Verfügung stehen, sollten Sie mit dem Rauchen aufhören wollen, oder wenigstens den Zigarettenkonsum einzuschränken beabsichtigen. Auch das ist möglich, und auch das ist bereits ein gewisser Fortschritt. Denn wir wissen, daß jede Zigarette, die Sie weniger rauchen, ein kleiner Beitrag zur Gesunderhaltung ist.
Am besten wird es sein, Sie schreiben nieder warum Sie eigentlich etwas an Ihrem Rauchverhalten ändern wollen. Welche Gründe sprechen dafür? Das muss nicht immer nur die Angst um die eigene Gesundheit sein, es kann auch sein, dass man seinen Kindern kein schlechtes Vorbild sein will, oder dass man feststellt: Rauchen ist eigentlich teuer und nur eine weitere Form des Steuerzahlens. Haben Sie gewusst, daß 70% des Zigarettenpreises durch Steuern zustandekommen?
Und welche Vorteile bringt Ihnen das Rauchen? Sie können Stress reduzieren, Sie können sich ablenken, Sie empfinden die anregende Wirkung (oder was immer). Erstellen Sie eine persönliche Liste und Sie werden feststellen: Das sind die Wirkungen des Nikotins. Nikotin kann man aber auch auf anderem Weg aufnehmen, es gibt Medikamente, die Nikotin in einer harmlosen Form abgeben. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie davon noch nicht gehört haben sollten. Es gibt den Kaugummi, es gibt die Pflaster, es gibt (auf Rezept) einen Nasenspray, und vor allem es gibt den Inhalator.
Alle diese Präparate können Sie mit Nikotin versorgen, und Sie bei der Entwöhnung unterstützen, oder Ihnen helfen, das Rauchen wenigstens zu reduzieren.
Wenn Sie keine Medikamente nehmen wollen, dann hilft Ihnen zunächst eine ganz einfache Maßnahme: Führen Sie ein Raucherprotokoll. Das geht so: Bevor Sie eine Zigarette anzünden, tragen Sie in eine Liste, die Sie vorbereitet haben, einige Daten ein: Datum, Uhrzeit, Tätigkeit. Erst wenn Sie diese Buchhaltung erledigt haben, greifen Sie zur Zigarette. Sie werden sehen: Es ist ganz einfach: Durch das Raucherprotokoll sparen Sie mit Sicherheit ein Drittel aller Zigaretten ein. Ein Schritt in die richtige Richtung.
Stellen Sie sich einige weitere Fragen, um den Grad Ihrer Tabak- und Nikotinabhängigkeit festzustellen: Rauchen Sie am Morgen mehr als am Abend? Rauchen Sie in den ersten 20 bis 30 Minuten nach dem Aufwachen bereits eine Zigarette? Rauchen Sie mehr als 20 Zigaretten pro Tag? Sollten Sie auf diese drei Fragen mit „Ja“ antworten, dann besteht mit großer Wahrscheinlichkeit eine deutliche Nikotinabhängigkeit.
Die kann man sicherlich in bestimmten Fällen auch mit dem „Willen“ alleine überwinden, aber Nikotinersatz-Präparate (Sie haben die Auflistung bereits gelesen) können helfen.
Wie bereits erwähnt: Nichtrauchen oder mit dem Rauchen ganz aufhören ist aus der Sicht der Medizin sicherlich das Beste, und sollte immer das letzte Ziel sein.
Aber wenn es nicht geht, oder noch nicht geht, oder Sie doch noch nicht auf die eine oder andere Zigarette verzichten wollen, versuchen Sie es doch mit dem reduzierten Rauchen. Es geht, und es kann dabei überhaupt nichts passieren. Vielfach glauben Raucher, sie könnten eine Überdosis an Nikotin erhalten, wenn Sie die eine oder andere Zigarette (oder möglichst viele davon) durch ein Medikament ersetzen, das Nikotin in sicherer Form zuführt. Der Inhalator eignet sich dafür ganz besonders.
Einige weitere Empfehlungen mögen noch hilfreich sein: Outen Sie sich. Sie kennen das moderne Gesellschaftsspiel, sich zu „outen“ (man sagt was man ist, was man fühlt, was man tut und bekennt sich zu allen möglichen Dingen - warum nicht auch zu der Tatsache, daß man ein Tabakproblem hat und mit dem in irgendeiner Form fertig werden will).
Suchen Sie Gleichgesinnte. Man kann das Aufhören ebenso zu einem gesellschaftlichen Ereignis machen, wie den Beginn des Tabakkonsums: Man beginnt zu rauchen, weil man in der Gesellschaft anerkannt sein will, weil die Freunde und Gleichaltrigen es tun. Derzeit ist es absolut „in“ mit dem Rauchen Schluss zu machen, daher: Wer etwas an seinem Rauchverhalten ändert, entspricht einem gesellschaftlichen Trend.
Es ist auch ein gutes Geschäft, wenn man wiederum auf das Geld zu sprechen kommen darf: Wer mit dem Rauchen aufhören kann, erspart sich eine Menge Geld. Das kann man dann für etwas anderes ausgeben, für etwas, das man sich schon lange gewünscht hat. Machen Sie sich durchaus einen Plan, was Sie mit dem ersparten Geld anfangen werden, welchen Wunsch Sie sich erfüllen werden, wie Sie sich belohnen können. Denn Belohnung ist angesagt, vor allem für eine Leistung wie sie die Entwöhnung von der Zigarette darstellt.
Viele Wege führen zum Ziel, das wollten wir Ihnen wiederum in Erinnerung rufen. Ihr persönlicher Weg zur Tabakabstinenz oder zum weniger Rauchen würde uns sehr interessieren.
www.nikotininstitut.at