Schnarchen kann gefährlich sein
Prim. Univ. Prof. Dr. W. Popp
Gesunde Lunge - Institut für Atemwegs- und
Lungenerkrankungen
Schnarchen kann aber auch ein Zeichen einer schweren,
bedrohlichen Erkrankung sein, falls Sie oder Ihr Partner schnarchen, so
empfehlen wir Ihnen sehr das folgende Kapitel.
Nun, Schnarchen ist ein
häufiges Problem in unserer Bevölkerung. Zirka ein Viertel aller Männer
schnarcht, aber auch Frauen sind davor nicht verschont. Vorwiegend in
Rückenlage, aber bei manchen Personen in allen Lagen kommt es zum Schnarchen.
Ursache für das Schnarchen ist meist ein Vibrieren der Schleimhaut und
Muskulatur im Schlund, was durch die Erschlaffung der Muskulatur und
Zurücksinken der Zunge im Schlaf bedingt ist. Es ist daher auch verständlich,
daß nach Genuß von Alkohol oder nach Schlafmittel das Schnarchen stärker werden
kann, weil eben die Muskulatur stärker erschlafft. Das alles wäre noch nicht so
schlimm, wenn vielleicht "nur", und das unter Anführungszeichen, der Partner
darunter leidet.
Es gibt auch eine Erkrankung die durch das Schnarchen
ausgelöst wird oder sehr eng damit verbunden ist, wir nennen diese Erkrankung
das "obstruktive Schlafapnoe Syndrom" . Was das heißt: Beim Schnarchen vibriert
der Schlund oder die Zunge, dieses Vibrieren kann so stark sein und die
Erschlaffung der Muskulatur im Hals so ausgeprägt, daß beim Einatmen keine Luft
mehr durch den Mund geht. Das ist die Obstruktion, der Verschluß. Durch diesen
Verschluß kommt es zur sogenannten Apnoe, dem Atemaussetzer. Dieser
Atemaussetzer führt zu einem Abfall der Sauerstoffwerte im Blut, das sind Werte
wie am Himalaya! Durch diese schlechten Sauerstoffwerte wachen manche Patienten
fast oder manchmal sogar ganz auf, schlafen aber dann gleich wieder ein und
beginnen von neuem zu Schnarchen, Atempausen zu bekommen, mit den
Sauerstoffwerten sich zu verschlechtern und so weiter und so weiter. Auch das
Herz reagiert auf diese Stressreaktionen mit Herzfrequenzschwankungen und
erhöhten Blutdruck. Diese Reaktionen können in der Nacht einige hundert Male
passieren. Dadurch ist man am nächsten Tag nicht wirklich ausgeschlafen und
schläft bei monotoner Tätigkeit leicht ein. Man wird immer weniger agil, ißt
mehr und nimmt leichter zu. Gewichtszunahme verschlimmert die Erkrankung weiter
und Folgeprobleme können auftreten: hoher Blutdruck oder Zuckererkrankung oder
Herzprobleme. Man nimmt an, dass über 1% der Bevölkerung an dieser Erkrankung
leidet, die meisten Patienten wissen jedoch nicht von ihrem wirklichen Problem.
Wann soll man also zum Arzt gehen:
Jede Person die schnarcht und
bei der vom Partner Atemaussetzer in der Nacht beobachtet worden sind, oder wenn
zusätzlich zum Schnarchen Tagesmüdigkeit, Leistungsverlust oder morgendlicher
Kopfschmerz auftritt oder wenn neben dem Schnarchen andere Begleiterkrankungen
wie Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen auftreten
Eine
schlafmedizinische Untersuchung ist dann notwendig um den Verdacht auf dieses
"obstruktives Schlafapnoe-Syndrom" zu stellen und die notwendige Therapie zu
veranlassen. Diese Untersuchungen können in vielen Fällen ambulant durchgeführt
werden, manchmal ist aber auch eine Untersuchung in einem Schlaflabor im Spital
nötig.
Die Therapie:
Ist die Ursache des Schnarchens nur der
abendliche Alkohol, so ist klar, dass dieser vermieden werden soll. In
leichteren Fällen genügt es vielleicht auch nur nicht am Rücken zu schlafen.
Dies läßt sich leicht damit bewerkstelligen, dass man in das Nachthemd einen
Tennisball einnäht. Manchmal wird man vielleicht auch Kieferschienen oder
medikamentöse Therapien versuchen. Übergewicht sollte reduziert werden, dies ist
bei schweren Fällen aber oft nicht möglich.
In schwereren Fällen, wenn
die Beschwerden ausgeprägt sind, erhält man einen sogenannten CPAP (Contiuous
Positive Airway Pressure) ein Gerät, welches über eine Nasenmaske mit leichtem
Druck die Atemwege beim Atmen in der Nacht offenhält. Die Patienten sind damit
am nächsten Morgen ausgeschlafen. Auch die anderen Beschwerden oder erhöhter
Blutdruck normalisieren sich rasch. Sollten ausgeprägte Veränderungen oder
Behinderungen der Nasenatmung bestehen, kann auch eine Operation in Frage
kommen, insgesamt greift man aber nur selten zu der einen oder anderen
operativen Maßnahme. Ziel all dieser Therapien ist den Patient durch einen
geruhsamen Schlaf wieder fitt und leistungsfähig zu machen.
Senioren müssen öfter zur Schutzimpfung !
Viele verlassen sich auf die vor langer Zeit durchgeführten Impfungen und wähnen
sich vor Infektionen gefeit. Grubeck-Loebenstein wies nach, dass man im Alter
viel rascher den Impfschutz und auch die, von durchgemachten Erkrankungen
erworbene Immunität verliert, als in der Jugend. Auch der Aufbau einer Immunität
ist schwieriger. Daher müssen ältere Menschen öfter zu einer Wiederimpfung
gehen, z.B. alle fünf Jahre bei Tetanus statt erst nach zehn Jahren und
unbedingt alle drei Jahre bei FSME statt der jetzt oft propagierten längeren
Intervalle.
Die für Senioren besonders wichtige Impfung gegen Influenza
(echte Grippe) soll nur mit den speziellen Senioren-Impfstoffen durchgeführt
werden, die einen Zusatz haben, der die Immunantwort der eigenen Abwehr
verstärkt. Mit diesen Vakzinen erzielt man – im Unterschied zu den „normalen“
Impfstoffen – sehr gute Ergebnisse. Die jährliche Influenza-Impfung freilich,
ist für ältere Menschen nicht nur auch, sondern unbedingt notwendig, ebenso wie
alle fünf Jahre die für Senioren oft lebensrettende Pneumokokken-Impfung.